Alte Träume entstauben

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Foto: Anita Grasse

Kürzlich habe ich alte Träume wieder gefunden. Irgendwie waren sie in den vergangenen Jahren verloren gegangen, dabei waren sie mal so wichtig für mich gewesen. Nach dem Studium, die Zusage für das Volontariat in der Tasche, war das Ziel klar – ebenso wie der Weg. Ein Tageszeitungsvolontariat sollte es sein, weil ich glaubte, damit die beste, weil vielseitigste, Ausbildung zu bekommen. Danach wollte ich das Gelernte nutzen, um Kindern die Welt zu erklären. Das war zu einer Zeit lange vor „Mein Spiegel“. Ich träumte von einem Magazin für Kinder, das seine Leser ernst nimmt – ernster als so manche Frauenzeitschrift ihre. Es sollte die großen Nachrichten enthalten ebenso wie menschelnde Erzählgeschichten. Für Kinder aufbereitet, aber nicht zwangsläufig immer aus ihrer Perspektive erzählt. Ich war überzeugt, dass es kein Thema gibt, für das man zu jung sein kann. Ich war überzeugt, dass es lediglich eine falsche Art gibt, sie zu erzählen – eine unverständliche, komplizierte, wenig erklärende. Das wollte ich anders machen.

Doch dann passierte das Leben. Die Zusage zum Volontariat hieß noch lange nicht, dass ich das Volontariat auch antreten konnte. Anderthalb Jahre dauerte es, bis die Warteliste mit Volontären, die vor mir dran waren, abgearbeitet war. Anderthalb Jahre, die ich nutzte, einen kleinen Teil der Welt kennen zu lernen. Für Kinder zu schreiben, das Schreiben überhaupt, rückte in den Hintergrund. Als sich das wieder änderte, gab es bei der Thüringer Allgemeine keine Kinderseite. FSK16, die Seite für Jugendliche, war eher ein Sammelsurium aus Meldungen der schillernden Showwelt als ein Platz für innovativen Journalismus für junge Leute. Nach dem Volontariat, als Freiberuflerin, als Zeit und Gelegenheit gewesen wären, sich daran zu machen, Träume zu realisieren, hatten die sich schon still und heimlich davon gemacht.

Jetzt habe ich sie wieder gefunden, oder vielleicht haben auch sie mich wieder gefunden. Vielleicht haben sie auch nur auf den richtigen Zeitpunkt gelauert. Der ist jetzt da. Curcuma Medien nimmt Fahrt auf. Neue Aufträge müssen akquiriert, neue Geschäftsfelder erschlossen werden. Es ist die Zeit, sich über die Strategie Gedanken zu machen, die hinter unserem Unternehmen stehen soll. Es ist die Zeit für Visionen, mancher sagt auch für Träume. Nur wer sich zu träumen traut, kann über sich hinaus wachsen, die Grenzen sprengen, die der Selbstständigkeit angeblich gesetzt sind. Vielleicht bedeutet das für mich, endlich für Kinder zu schreiben. Ein eigenes Kindermagazin wird es nun nicht gleich werden. Braucht es aber auch nicht mehr. Themen für bestehende Blätter aber liegen zu Dutzenden in meinen Recherchearchiven und warten nur darauf, wieder entdeckt und angeboten zu werden.

Fühlt sich gut an, die Träume wieder willkommen zu heißen. Deshalb habe ich mich selbstständig gemacht und bin es geblieben: Weil es mir erlaubt, selbst zu entscheiden, was ich tue und wann ich es tue. Jetzt träume ich eben wieder.

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Autor: anitagrasse

Ich bin Journalistin und das ist gut so. Ich schreibe fast so gerne wie ich rede, wenn auch meist etwas überlegter, und ich hasse es, nicht zu wissen, worüber andere reden und was passiert. Biografisches: * 20.05.1983 in Thüringen Ausbildung zur Verlagskauffrau in Augsburg Studium Journalistik in Hannover Praktikum als Journalistin und Fotografin in Oslo Reiseleiterin in Tunesien und auf Gran Canaria Volontärin in Thüringen Freie Journalistin überall

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