Von Störern lernen

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Wäre es nicht so nervig, würde ich es lustig finden: Eine ganz normale Sitzung eines durchschnittlichen Interessenverbandes (klingt geheimnisvoller, um welchen es geht, verrate ich gerne auf Nachfrage unter vier Augen/Händen, wenn irgendjemand hier wirklich noch ahnungslos ist): Wie immer diskutiert man über irgendwelche Anträge und Einwürfe eines Mitgliedes, von dem manche sagen, er sei gar kein Mitglied, weil er seinen Pflichten nicht nachkäme. Dieser Mensch jedenfalls hat jede Menge Spaß daran, den Fortgang jeder Sitzung aufzuhalten, Personen, Handlungen und Strukturen in Frage zu stellen und mit Klagen um sich zu werfen. Er ist anstrengend, aber er sorgt auch zuverlässig für Reaktionen, für die sich erwachsene, vernunftbegabte Menschen eigentlich zu schade sein sollten.

 

So auch diesmal: Er redet salbungsvoll Blödsinn. Die sinnvollste Reaktion: Ignorieren und konsequent weiter in der Sache, und zwar ohne jeden emotionalen Unterton. Die Reaktion der Führungsebene des Verbandes: Beleidigte Spitzen gegen den Störer. Der reibt sich insgeheim die Hände und wirkt wie einer dieser Comichelden, die vom Blitz getroffen werden und danach nicht schwankt, sondern mit neuen (Super-)Kräften da steht. In unserem Fall scheint jeder Riss in der Professionalität und der Sachlichkeit des Vorstandes sein persönlicher Blitzschlag zu sein. Diese Erkenntnis ist im Gremium auch bekannt. Geholfen hat sie aber nicht.

 

Es ist mir ein Rätsel. Eigentlich ist es doch ganz einfach: An dem, was er sagt, ist nicht viel Faktisches. Würde man sich darauf konzentrieren, und den Rest einfach ignorieren, könnte man enorm Zeit und Nerven sparen, zugleich Souveränität beweisen und das Rumpelstilzchen aus dem Gewitter und damit seiner Kraftquelle nehmen. Bleibt zu hoffen, dass ich das noch erleben darf.

 

Bis dahin sollten wir vielleicht von den Stinkstiefeln, Besserwissern und Daueroppositionellen dieser Welt lernen: Uns häufiger mal in den Blitz zu stellen, kann ebenso hilfreich sein, wie sich hin und wieder so in seine „Mission“ reinzusteigern, dass der Eifer Kraft und Durchhaltevermögen beflügelt.

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Autor: anitagrasse

Ich bin Journalistin und das ist gut so. Ich schreibe fast so gerne wie ich rede, wenn auch meist etwas überlegter, und ich hasse es, nicht zu wissen, worüber andere reden und was passiert. Biografisches: * 20.05.1983 in Thüringen Ausbildung zur Verlagskauffrau in Augsburg Studium Journalistik in Hannover Praktikum als Journalistin und Fotografin in Oslo Reiseleiterin in Tunesien und auf Gran Canaria Volontärin in Thüringen Freie Journalistin überall

3 Kommentare zu “Von Störern lernen

  1. Lasst es keifen, das rumpelstilzchen, wir wissen ja, wie das märchen endet. gelassenheit ist eine tugend, die nur schwer zu erlangen ist. ich empfehle da die lektüre der stoiker, die waren meister darin.

  2. Sehr realitätsnahe Darstellung der heutigen Sitzung 😉 lg Marina ps twitterst du auch ?

  3. @Marina: Vielen Dank. Ja, ich twittere auch, allerdings nur als DJV Thüringen. Privat konzentriere ich mich auf den Blog, Facebook und ein bisschen Google+, Xing und nur sehr marginal auf LinkedIn. Mehr schaffe ich nicht.

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