100 Tage sind zu wenig

Ein Kommentar

Wenn ich mich nicht verrechnet habe (was bei meinem Verhältnis zu Zahlen durchaus im Bereich des Möglichen, wenn nicht sogar des Wahrscheinlichen liegt), bin ich heute seit genau 170 Tagen DJV-Vorsitzende in Thüringen. Nur soviel: Nach 100 Tagen von irgendwem erste Ergebnisse in irgendwas zu erwarten, ist total bescheuert. Es hat Monate gedauert, erst mal die Formalia auf die Reihe zu bringen. Sitzungsvorsitz, Unterschriftberechtigung, Überblick über Finanzen, Tarifverhandlungen, die verschiedenen Verhandlungsgegenstände beim mdr, Vergütungsregeln und so weiter und so fort. Für alle, die darüber nachdenken als Landesvorsitzende zu kandidieren: Macht! Aber glaubt bloß nicht, dass allein eine langjährige Mitgliedschaft im Landesvorstand in irgendeiner Weise auf das Amt vorbereitet. Man muss alles neu lernen, sich die Arbeit neu aneignen und organisieren.

 

Aber: Der Aufwand lohnt sich. Allmählich komme ich meinen Themen näher, entwickle mit Vorstand, Gesamtvorstand und im Gespräch mit einigen Mitgliedern ein Konzept, wie der DJV Thüringen als Verband wieder präsenter und attraktiver werden kann. Die jungen Kollegen werden allmählich wach und entdecken im DJV einen tatsächlichen, persönlichen Nutzwert und sind damit auch bereit, eigenes Engagment einzubringen, um diesen Nutzwert für sich auszuschöpfen und zugleich für den Verband weiter auszubauen. Wir haben unsere Kommunikationsstruktur verbessern, sind mehr und interaktiver etwa auf Facebook unterwegs oder prüfen, wie man moderne Kommunikationsmittel wie Skype o.ä. für die Verbandsarbeit nutzen können.

 

Natürlich ist nicht alles himmelblau. Die Verhandlungen mit Arbeitgeber, ob nun wegen der Vergütungsregeln oder wegen der Tarifangleichung, sind mühselig und frustrierend – und nicht unbedingt mein größtes Talent. Aber eben deshalb arbeit in so einem Verband nicht nur eine Vorsitzende und es gibt eine Menge erfahrene Kollegen, die als Gewerkschafter über eine Menge Erfahrung und Leidenschaft verfügen.

 

Mein Fazit nach 170 Tagen im Amt: Es ist stressig, es ist aufreibend, die Veränderungen gehen viel langsamer voran als ich mir wünschte. Aber es ist auch befriedigend und motivierend. Für mich: Gute Wahl. Ich hoffe, für unsere Mitglieder auch.

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Autor: anitagrasse

Ich bin Journalistin und das ist gut so. Ich schreibe fast so gerne wie ich rede, wenn auch meist etwas überlegter, und ich hasse es, nicht zu wissen, worüber andere reden und was passiert. Biografisches: * 20.05.1983 in Thüringen Ausbildung zur Verlagskauffrau in Augsburg Studium Journalistik in Hannover Praktikum als Journalistin und Fotografin in Oslo Reiseleiterin in Tunesien und auf Gran Canaria Volontärin in Thüringen Freie Journalistin überall

Ein Kommentar zu “100 Tage sind zu wenig

  1. Na das klingt doch gut. Entweder gab der Bundesvorstand dir Aufschwung oder du hast endlich begriffen, dass du dein Amt prima ausführst. Auf deine Angebote für die Jungen komme ich bestimmt in einer persönlich ruhigen Minute zurück. 😉

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