Die Wunschliste

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Ich bin ein großer Listen-Fan. Ich habe gleich mehrere To-Do-Listen, Einkaufslisten, Freundeslisten in diversen sozialen Netzwerken, eine Adressliste, die immer mit in die Ferien reist, weil ich nur mit ihr weiß, wohin die Postkarten geschickt werden müssen, eine Zutatenliste, wenn ich große Menüs koche, gefühlte 3000 (in Worten: dreitausend) Finanzlisten… Und dann ist da noch die eine, die magische Liste. Die, die mir die liebste ist und gleichzeitig die frustrierendste: Meine Wunschliste. Eigentlich sind es zwei, aber wir konzentrieren uns heute mal auf die mit den materiellen Wünschen.

Die Wunschliste gibt es seit ein paar Monaten. Genauer gesagt, seit technische Spielereien und Innovationen mit einer Geschwindigkeit erfunden oder verbessert werden, dass ich gehirnwindungssolistisch nicht mehr mithalten kann. Kontomäßig übrigens auch nicht, jedenfalls nicht ad hoc, wenn diese Novitäten auf den Markt kommen. Ich habe also angefangen, eine Wunschliste zu schreiben. Das Ziel damals: Punkt für Punkt auf die Wünsche sparen und sie sich erfüllen. Das Problem: Klappt nicht. Das mit dem Sparen nicht und das mit dem Punkt für Punkt auch nicht. Herbert ist bisher der einzig erfüllte Wunsch der Liste und das hat nur dank Billig-Konditionen meines Handyanbieters funktioniert. (Für alle, die das hier noch nicht so kennen: Herbert ist mein iPhone)

Dummerweise ändern sich die Prioritäten dieser Wunschliste rasend schnell. So schnell, dass ich für Wunsch Nummer eins noch nicht annähernd genug Geld zusammen habe, da ist er leider nicht mehr Nummer eins. Die neue Nummer eins ist in der Regel aber nunmal deutlich teurer als die alte. Das ist der frustrierende Teil dieser Liste.

Es gibt aber auch einen sehr erbaulichen Teil: Durch das Umpriorisieren und Ergänzen der Liste neige ich auf einmal zu fast schon buddhistischer Gelassenheit, zumindest jedes zehnte Mal, das ich an die Liste denke. Plötzlich ist es kein Weltuntergang mehr, dass ich das iPad nicht gleich kaufen konnte. Im Gegenteil, inzwischen betrachte ich das als Heil und bin überzeugt davon, kein iPad zu wollen. Einen Tablet-PC will ich aber sehr wohl nach wie vor und zwar am liebsten sofort. Genauso wie einen neuen Fernseher oder einen ordentlichen Rechner, der sich beim Bilder bearbeiten nicht zehn Mal aufhängt.

Dazu lautet der Kommentar meiner dreitausend Finanzlisten aber bemerkenswert übereinstimmend: Du hast einen Knall! Dabei verdiene ich gar nicht soooo schlecht, obwohl ich freiberuflich und auch noch vorrangig bei Tageszeitungen arbeite. Trotzdem reicht es nach Abzug der fixen Kosten, der Rücklagen für eventuell anstehende Reparaturen oder notwendige Anschaffungen und der Raten fürs Bafög nicht mehr für die Wunschlisten-Wünsche.

Nun habe ich aber irgendwo gelesen, dass man seine Ziele nur deutlich genug visualisieren muss, um sie zu erreichen. In diesem Sinne visualisiere ich hier ab sofort meine Wunschliste. Und weil das mit Foto immer so eine Sache ist (urheberrecht und markentechnisch) und ich außerdem eine Frau der Worte bin, visualisiere ich verbalisierend. In unregelmäßigen Abständen wird die Liste ergänzt oder aktualisiert. So lautet sie mit Stand 18. Juli 2011:

  1. Tablet-PC
  2. Flachbild-Fernseher (unser aktueller hat noch eine Röhre und ist nur halb so groß wie mein Computer-Bildschirm)
  3. Neuen, schnellen, grafikoptimierten Rechner (oder großes Notebook?)
  4. Neues Fahrrad
  5. Urlaub mit Tauchschein
  6. neues Auto
  7. Werbegeschenke mit meinem Firmenlogo (sind viiiieeel teurer als man denkt!)
  8. ERGÄNZUNG: Geschirrspüler (nachdem wir dafür endlich einen Platz in unserer Küche gefunden haben)

Was mich auf eine Idee bringt: Vielleicht sollte ich anfangen, an Preisausschreiben teilzunehmen?

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Autor: anitagrasse

Ich bin Journalistin und das ist gut so. Ich schreibe fast so gerne wie ich rede, wenn auch meist etwas überlegter, und ich hasse es, nicht zu wissen, worüber andere reden und was passiert. Biografisches: * 20.05.1983 in Thüringen Ausbildung zur Verlagskauffrau in Augsburg Studium Journalistik in Hannover Praktikum als Journalistin und Fotografin in Oslo Reiseleiterin in Tunesien und auf Gran Canaria Volontärin in Thüringen Freie Journalistin überall

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