Unter Wasser

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Als ich noch klein war, sagte mein Opa immer: „Stell dich in den Regen, damit du wächst!“ Da ich immer noch klein bin, ist wohl offensichtlich, dass das nicht hilft. Seit heute weiß ich übrigens, dass es auch bei Autos nicht hilft. Mein kleiner Fiat Panda ist immer noch ein kleiner Fiat Panda – obwohl er im schönsten Sommerplatzregen im Freien stand. Dummerweise mit geöffnetem Dachfenster. Panoramadachfenster.

 

Noch viel dümmer: Ich habe es erst gemerkt, als ich mich nach einem Termin mit Verve in den Fahrersitz warf, um endlich nach Hause zu fahren. Ein schlagartig sacknasser Hosenboden dimmte die Vorfreude auf den Heimweg ganz gewaltig.

 

Durch das Panoramadachfenster, das, wenn auch die Seitenfenster offen sind, für echtes Cabrio-Feeling sorgt, sind aber nicht nur die beiden Vordersitze, sondern auch die Rückbank ordentlich durchfeuchtet. Morgen früh werde ich wohl zwei dicke Handtücher mit zum Auto nehmen, um trockenen Arsches in die Redaktion zu kommen. Die Hoffnung, dass der Panda bis morgen früh schon wieder ganz getrocknet ist, dürfte ja wohl ein bisschen überenthusiastisch sein.

 

Irgendwie scheinen meine Habseligkeiten und Wasser eine ziemlich innige Beziehung zu einander zu haben. Erst vor knapp einem Jahr tuckerte meine Handtasche fröhlich die Gera hinab – inklusive Handy, Geldbeutel, Geld, Papieren und Geburtstagsgeschenken. Die Geschichte von der abenteuerlichen Rettungsaktion ist hier zu finden.

 

Na ja, mal sehen, vielleicht hatte Opa ja doch Recht. Vielleicht steht ja morgen, wo ich heute einen kleinen Fiat Panda geparkt habe, ein Mercedes Cabrio – oder irgendwas anderes großes, teures, das sich gut zu Geld machen lässt.

 

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Autor: anitagrasse

Ich bin Journalistin und das ist gut so. Ich schreibe fast so gerne wie ich rede, wenn auch meist etwas überlegter, und ich hasse es, nicht zu wissen, worüber andere reden und was passiert. Biografisches: * 20.05.1983 in Thüringen Ausbildung zur Verlagskauffrau in Augsburg Studium Journalistik in Hannover Praktikum als Journalistin und Fotografin in Oslo Reiseleiterin in Tunesien und auf Gran Canaria Volontärin in Thüringen Freie Journalistin überall

3 Kommentare zu “Unter Wasser

  1. Vielleicht solltest Du Deinem Panda Flutventile verpassen? Die dienten einst bei Kriegsschiffen dazu, sie zu versenken, bevor sie in Feindeshand gerieten.
    Apropos Fluten: Einst fuhr ich einen alten Moskwitsch. Auch der soff ab; aber fast folgenlos. Die olle Möhre hatte einen solch verrosteten Unterboden, dass die Brühe, die durch die offenen Fenster hineinwehte, anstandslos unten abfloss.

  2. Aber ich hänge doch an meinem Panda. Na gut, ich hätte ihn vermutlich wenig sentimental verkauft, wenn er über Nacht wirklich zu etwas Großem, Teurem geworden wäre. Aber einfach versenken? Zumal es nicht mal Feindeshand gibt. Das Panoramafenster ist so groß, dass ein Feind locker dadurch hätte einsteigen können. Hat aber keiner gemacht. Der Panda bekommt also ohne Flutventile eine zweite Chance (oder ist das Dachfenster vielleicht genau genommen sogar ein Flutventil?)

  3. Bei einer Freundin von mir wird immer nach Regen der Fußraum geflutet, sobald sie die Kupplung betätigt. Corsa.

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