Anita rät zur Teilnahme an Fußball-Tipprunden

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Heute vor genau 52 Jahren gewann der VFB Stuttgart mit 4:3 das DFB-Finale gegen Fortuna Düsseldorf. Insgesamt sei diese Mannschaft drei Mal Pokalsieger und fünf Mal Deutscher Meister geworden und stünde damit auf Platz vier der ewigen Fußballtabelle. Das sagt Wikipedia und das ist insofern interessant, als es mir zeigt, dass noch nichts verloren ist.

Aber erst mal zurück auf Anfang: Bekannt ist, dass ich mich Fußball … nun ja, sagen wir, ergebnisorientiert nähere. Im Klartext heißt das, ich lasse mir am Ende eines Spieltags die Ergebnisse sagen, um mitreden zu können, aber ich würde mir ums Verrecken kein Spiel ansehen – oder nur, um meinem Freund eine Freude zu machen.  Bekannt ist aber auch, dass ich Wettkämpfe liebe und immer unbedingt gewinnen will. Beides zusammen führt gerade zum größten Frust meines Lebens (im Wettkampf muss man melodramatisch sein!).

Als die Bundesliga-Saison losging und mein Liebster mit dem alljährlichen Krieg unter Freunden, auch Tipprunde genannt, begann, habe ich den ersten Spieltag aus Jux mitgetippt – und prompt den Tagessieg gelandet. Ich hätte es dabei belassen, mich ausgiebig im Glorienschein des Sieges suhlen und sonst vornehm schweigen sollen. Aber nein, ich musste ja unbedingt offiziell mitspielen – weil ich gewinnen wollte. Bedauerlicherweise führt mein System „Tippen nach Klang der Mannschafftsnamen“ seit mindestens sechs Spieltagen schon nicht mehr zum Erfolg. Auf fußballerisches Wissen kann ich aber nicht bauen, weil ich keins habe und mir auch keins aneignen will. Dazu langweilt mit das Hinter-einem-Ball-Hergerenne zu sehr.

Inzwischen baut mich mein Freund auch nicht mehr auf mit „Da wird alles wieder besser, sind doch noch viele Spieltage bis zum Schluss“, wenn ich weiter am Ende der Tipp-Tabelle rumkrebse. Stattdessen sagt er nun „Och Mensch, das ist echt blöd, Schatz!“ Vielen Dank auch. Nachdem weder raten, noch würfeln mich zu besseren Tippergebnissen brachte, habe ich mich inzwischen aufs Schmollen verlegt. Damit ernte ich zumindest Mitleid – und zu Hause ein paar Streicheleinheiten.

Aber auch, wenn ich jedes Wochenende wieder vorgebe, nicht mehr mitspielen zu wollen, kommt Aufgeben in Wirklichkeit natürlich nicht in Frage. Denn immerhin könnte sich das Blatt ja wirklich noch mal wenden – dieses Wochenende ganz sicher. Außerdem hätte ich beim Aufgeben ja ganz sicher verloren. Und da ich fast immer auf Sieg für Stuttgart tippe – aus Solidarität, ist schließlich die Heimat meines Neu-Thüringers – muss da doch noch was zu reißen sein, so als vierter der ewigen Fußball-Tabelle…

Anita rät: Meldet euch bei einer Fußball-Tipprunde an. Das schult das Frustabsorbtionsvermögen und damit die Selbstkontrolle ungemein. Wäre das nicht so, hätte ich schon längst jemanden einen Kopf kürzer gemacht, der abends neben mir im Bett liegt und seit Wochen an der Spitze dieser dämlichen Tipp-Tabelle steht.

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Autor: anitagrasse

Ich bin Journalistin und das ist gut so. Ich schreibe fast so gerne wie ich rede, wenn auch meist etwas überlegter, und ich hasse es, nicht zu wissen, worüber andere reden und was passiert. Biografisches: * 20.05.1983 in Thüringen Ausbildung zur Verlagskauffrau in Augsburg Studium Journalistik in Hannover Praktikum als Journalistin und Fotografin in Oslo Reiseleiterin in Tunesien und auf Gran Canaria Volontärin in Thüringen Freie Journalistin überall

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