Anita rät zu Chemie

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Kranksein ist blöd. Ständig krank zu sein noch viel blöder. Ich weiß, wovon ich rede, denn ich liege schon wieder mit einer dicken Erkältung im Bett. Kaum Stimme, Halsschmerzen, Kopfweh, Husten, Schnupfen, leichtes Fieber – die volle Palette inklusive einem enormen Selbstmitleid.

Nun ziehe ich meinen Schreibtisch normalerweise dem Bett vor – auch bei einer Erkältung. Allerdings war meine Mutter diesmal erfolgreich mit ihren eindringlichen Warnungen. „Erkältungsmedikamente unterdrücken die Symptome nur, aber sie heilen nicht. Damit verschleppst du die Krankheit und das kann gefährlich werden“, warnte sie mit unheilvoller Stimme und zitierte damit ihren Chef, einen Arzt. Na schön, einen Orthopäden, aber trotzdem.

Ich ließ mich also überzeugen und leide seitdem – also seit drei Tagen – ohne mich mit Gripostad betäuben zu können. Einzig erlaubt ist Wik Vaporup. Das hat zur Folge, dass es hier riecht wie in einem Lazarett für Affen, helfen tut es nicht. Im Gegenteil: Statt besser geht es mir schlechter. Na schön, vielleicht liegt das auch daran, dass man sich wunderbar in sein Selbstmitleid hineinsteigern kann, wenn man den ganzen Tag nur dumm rumliegt. Aber gefühlt muss ich morgen einen Krankenwagen rufen, um zu meinem Arzt zu kommen, weil ich das allein, todkrank wie ich bin, unmöglich schaffen kann. Einem Arzt übrigens, der kein Orthopäde ist, dafür aber Allgemeinmediziner und ohne moralische Bedenken, wenn es darum geht, Antibiotika zu verschreiben.

Anita rät: Keine Angst vor Chemie, die gesund macht. Schon möglich, dass unsere Vorfahren ohne Antibiotika gesund geworden sind. Unsere Vorfahren haben das aber auch nur zwei, drei Winter lang geschafft und sind mit Mitte 20 gestorben. Außerdem muss man nun wirklich nicht alles übernehmen, nur weil Retro wieder in ist. Oder will hier jemand einen Mann, der einem einen blutigen Mammutschenkel vor die Füße wirft und dann brusttrommelnd auf ein Lob wartet? Na eben!

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Autor: anitagrasse

Ich bin Journalistin und das ist gut so. Ich schreibe fast so gerne wie ich rede, wenn auch meist etwas überlegter, und ich hasse es, nicht zu wissen, worüber andere reden und was passiert. Biografisches: * 20.05.1983 in Thüringen Ausbildung zur Verlagskauffrau in Augsburg Studium Journalistik in Hannover Praktikum als Journalistin und Fotografin in Oslo Reiseleiterin in Tunesien und auf Gran Canaria Volontärin in Thüringen Freie Journalistin überall

2 Kommentare zu “Anita rät zu Chemie

  1. Ich leide mit Dir!!! Ich bin auch schon wieder krank – hab die halbe Nacht auf dem Klo verbracht und mich permanent übergeben, bis nix mehr da war ;-/ Und das, nachdem ich mir erst gestern beim Staubsaugen fast den Fuß gebrochen habe, weil so ein blöder Radiator volle Kanne auf meinen Fuß gefallen ist. Oh – ud nicht zu vergessen letzte Woche, als ich beim Fußball erst richtig heftig aufs Steißbein und dann auf den Kopf geplumpst bin. Irgendwas läuft hier schief ;-/

  2. Na ja, das mit dem Sturz könnte ich mir ja noch mit der ungedrehten Schwerkraft erklären … ja, in Ordnung, lahmer Witz. Ich wünsche dir auf jeden Fall gute Besserung!

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