Anita rät zu Kakteen und ab von Gummibäumen

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Meine Oma hat einen Wintergarten, in dem die Pflanzen sogar mit ultraviolettem Licht bestrahlt und besprochen werden. Meine Mutter hat einen Garten, der zu nahezu jeder Jahreszeit blüht. Bei mir dagegen blüht nur eine Sorte Blumen: die aus Plastik. Und selbst die haben beim letzten Frühjahrsputz das Zeitliche gesegnet, weil ich sie nicht mehr sehen konnte.

So ganz ohne Grünzeug ist aber auch blöd. Also habe ich mich für die vermeintlich pflegeleichtere Variante entschieden: Nur Blätter, keine Blüten. Ich nenne sie meine Gummibäume. Dabei habe ich keinen Schimmer, ob es wirklich welche sind. Auf der Verpackung stand „Ficus“. Aber kennt vielleicht irgendjemand die Mehrzahl von „Ficus“? (Außer dem Duden natürlich, der sagt „Fici“ und das möchte ich hier lieber nicht allzu oft verwenden). Nun gehören Gummibäume aber auch zu der Ficus-Gattung. Bleiben wir also bei diesen Begrifflichkeiten.

Ich habe mir also Gummibäume gekauft – wohl gemerkt nacheinander, nicht gleichzeitig. Die tragische Geschiche ihres kurzen, aber heftigen Leidensweges erspare ich uns hier. Nur so viel: Der letzte, der gerade noch ein Dutzend Blätter hat, hat das Mitleid eines wohlmeinenden (und mit dem grünen Daumen gesegneten) Menschen erregt. Er wird in Kürze nicht mehr unter mir leiden müssen.

Diese hohe Sterblichkeit allerdings halte ich für ein Komplott: Nur zu, Gummibäume dieser Welt verschwört euch gegen mich! Ihr treibt mich nicht in den Wahnsinn, mein Glaube an mich und meinen (hell)grünen Daumen bleibt ungebrochen, denn der Kaktus, den mir eine Kollegin mal zum Geburtstag geschenkt hat (ja ja, über die Bedeutung dieser Geste HABE ich schon nachgedacht!), gedeiht prächtig. Der kleine Ableger hat sich innerhalb von weniger als zwei Jahren zu einem Monstrum entwickelt, das mehr als 20 Arme hat und die Hälfte meines Schlafzimmerfensters blockiert. Er und ich, wir sind ein Traumpaar – auch ohne ultraviolettes Licht und persönliche Ansprache.

Deshalb rät Anita heute: Ignoriert die rebellischen Gummibäume (oder Fici) und kauft euch einen Kaktus!

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Autor: anitagrasse

Ich bin Journalistin und das ist gut so. Ich schreibe fast so gerne wie ich rede, wenn auch meist etwas überlegter, und ich hasse es, nicht zu wissen, worüber andere reden und was passiert. Biografisches: * 20.05.1983 in Thüringen Ausbildung zur Verlagskauffrau in Augsburg Studium Journalistik in Hannover Praktikum als Journalistin und Fotografin in Oslo Reiseleiterin in Tunesien und auf Gran Canaria Volontärin in Thüringen Freie Journalistin überall

2 Kommentare zu “Anita rät zu Kakteen und ab von Gummibäumen

  1. Ich habe auch einen Ficus daheim – der seine Blütezeit wohl hatte, als er bei mir eingezogen ist ;-/ Immerhin ist er nach drei Jahren in meinen vier Wänden noch am Leben – und ich schiebe die Tatsache, dass er nur noch ein paar wenige Blätter trägt, auf die aktuelle Wetterlage. Schließlich ist Winter, da tragen Bäume keine Blätter 😉 Am besten geht es immer noch meiner Wachsblume, meine Yuccapalme gewöhnt sich grad erst an mich… nur mit Kakteen habe ich nicht so viel Glück. Und meine Grünlilie hat das Zeitliche gesegnet, als ich sie UNBEABSICHTIGT (ich schwöre…) eine Nacht am offenen Fenster der kalten Winterluft ausgesetzt habe ;-(

  2. Blöd, gerade wollte ich zu Grünlilien raten – das einzige Pflanzenzeug, das ich bisher nicht direkt auf den Kompost befördert habe! nebenbei kann ich mich der Illusion hingeben, immer unter Freunden zu sein. Die Ableger, die mir naiv und mutig anvertraut werden, heißen nämlich von da an wie ihre edlen Spender. Das passiert eben, wenn man im katholischen Bayern groß wird: Was definitiv stirbt, soll vorher irgendwie heißen…

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